Glauben an eine uns übergeordnete Intelligenz

Können wir den Glauben an eine uns übergeordnete Intelligenz - an Gott - je finden?

Das Problem liegt zunächst darin, dass wir Menschen glauben, dass dieser Gott so denkt, wie wir Menschen denken. Wir stellen uns damit auf die gleiche geistige Stufe Gottes, ohne zu bedenken, dass die Erschaffung von allem was ist und wird eine Intelligenz und Weisheit bedingt, die weit über unser rationales Vorstellungsvermögen hinausgeht. Unser einseitiges rationales Bewusstsein kann Gott noch nicht denken, weil es von unserem Verstand und unserer Vernunft gelenkt wird und deshalb nicht verstehen kann. Für uns ist es strittig, etwas zuzulassen, etwas zu glauben, dass nicht wirklich, nicht tatsächlich der Realität entspricht. Wir, die nicht einmal in der Lage sind, den Frieden auf dieser Welt herzustellen, geschweige denn die Sozialen- und Umweltprobleme zu lösen, die in der Klassifizierung und den charakteristischen Eigenschaften gegenüber Gott die Grundausbildung noch nicht einmal beendet haben, stellen uns auf die gleiche geistige Stufe mit dieser uns übergeordneten Vollkommenheit von Intelligenz und Weisheit. Welch eine Arroganz.

Ich maße mir nicht an, diese Vollkommenheit erreicht zu haben, aber ich möchte Ihnen meine Gedanken dazu mitteilen. Dabei wird es nicht ausbleiben, dass ich mich in einigen Absätzen wiederhole.

Sind wir ein Teil vom Ganzen dieser Welt?

Wenn wir die Regeln, Prozesse, Gesetzmäßigkeiten und Systeme in den Naturkreisläufen erkennen, werden wir begreifen, dass alles Materielle und Immaterielle in irgendeiner Weise miteinander verbunden ist, und jedes Teil in diesem System zum Ganzen gehört und eine sinnvolle Aufgabe zu erfüllen hat. Ob es nun die Mikroorganismen oder die Bäume der tropischen Regenwälder sind oder die Regenwürmer als Humusbildner und Lüftung des Bodens, jedes Teil hat seine Bestimmung zum Nutzen des Ganzen. So sind auch wir als Teil vom Ganzen zu verstehen, dass das Ganze die Welt und das Universum darstellt. Erkennen wir daraus, dass jeder Mensch als Teil mit dem Ganzen eng verbunden ist und so durch sein Denken und Tun das Ganze, welches “mehr” ist als die Summe seiner Teile, mit beeinflusst. Dadurch wirken wir auch im Ganzen(Universum) durch unser Denken und Tun. Dieses “mehr” entspricht den spirituell-religiösen Strömungen unserer geistigen Fähigkeiten, die wir nur bedingt anwenden, weil unser Verstand mit den übersinnlichen Inspirationen keine Übereinstimmung erreicht. Unser Verstand hat Schwierigkeiten, die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Betrachtungsweise in seinen Überlegungen mit einzubeziehen, weil er sich nur mit den realen Dingen befasst und die irrealen Dinge nicht akzeptiert. Es entspricht nicht seinen rationalen Vorstellungen. Für ihn ist es strittig, etwas zuzulassen, etwas zu glauben, was nicht wirklich, nicht tatsächlich der Realität entspricht, obgleich er weiß, dass die Gegensätzlichkeit existiert und die andere Seite der Wirklichkeit, der Realität, die Unwirklichkeit, die Irrationalität darstellt. Was will uns die duale Welt sagen?

Wir wissen, dass wir in einer dualen Welt der Gegensätze leben, nach der es immer zwei miteinander konkurrierende ursprüngliche Prinzipien im Weltgeschehen gibt, wie zum Beispiel Gott – Welt, Seele – Leib, Geist – Materie, Tot – Leben, Ratio - Irratio. Letzteres, dass Irrationale, das von unserem Verstand nicht erfassbare und unserem logischen Denken nicht zugängliche, sollte aber per Definition erkennen lassen, dass in unserer dualen Welt immer zwei Aspekte(Zweiheit) einer Sache die Einheit bilden und dass das eine ohne das andere nicht existieren kann. Was wäre ein Leib ohne Seele, was wäre ein Ausatmen ohne Einatmen, was wäre eine Materie ohne Geist? Oder nehmen wir die Tidenzeiten von Ebbe und Flut, die Tages- und Nachtzeiten von hell und dunkel. Oder die Gedanken von richtig oder falsch, von gut oder böse,- von Realität oder Irrealität. Wenn wir nun nach der andere Seite der Realität suchen, spätestens dann sollte uns bewusst werden, dass zu dem Prinzip der Gegensätze eine andere Seite zur Realität existieren muss, um die Zweiheit der Gegensätze darzustellen und zu bestätigen.

Was ist denn nun die Wirklichkeit, die Realität?

Wir glauben immer nur das, was wir mit unseren Sinnesorganen wahrnehmen - aber ist das die Wirklichkeit? Ist das wirklich alles? Wie langweilig wäre die Welt, wenn nur die Realität der Gegenstände, Zustände und Ereignisse existieren würde? Wobei aber auch in dieser Wahrnehmung durchaus Zweifel entstehen, was denn nun wirklich realistisch, lebensnah und sachlich ist. Die andere Seite der Realität ist die Irrealität, jenes, was nicht unserer Wirklichkeit entspricht und deshalb als irrational bezeichnet wird, weil es für unseren Verstand nicht einleuchtend und unserem logischen Denken nicht zugänglich ist. Dadurch aber, dass unser Verstand und unser logisches Denken durch immer mehr Wissen die Grenzen unseres Bewusstseins ständig erweitert, wurden Aspekte der Irrealität zur Realität und damit gestaltet sich die Wirklichkeit immer wieder aufs Neue.

Wenn wir nun zurück schauen, werden wir feststellen, dass die Realität der unterschiedlichen Epochen immer nur ein Spiegelbild unseres Denkens war. Die Realität entsprach immer unseren zeitlich begrenzten Vorstellungen. Durch das Lernen und Forschen unseres Intellekts aber erweiterte sich auch der Horizont unseres Bewusstseins ständig, was zur Folge hatte, dass in immer kürzeren Zyklen neue Welten und Wirklichkeiten entstanden. Und so ist die Wirklichkeit immer nur eine Momentaufnahme des Augenblicks der Gegenwart und die Irrealität nur solange irreal, bis unsere Wissenschaft weitere Aspekte daraus heraus löst, sie erklärt und dann auch glaubt, wenn die Aussage und Darstellung wahr ist.

So unterliegt unsere Wirklichkeit einer ständigen Wandlung, die von der Evolution unseres Geistes abhängig ist und demzufolge immer nur eine zeitlich begrenzte Realität, ein Kontinuum zulässt. Was ist denn nun mit der Seite der Irrealität?

Alles nun, was auf der Seite der Irrealität noch zu finden ist, wozu auch der Glaube an die Göttlichkeit gehört, wird uns weiterhin in Erstaunen versetzen und uns die Grenzenlosigkeit unseres Geistes immer wieder bewusst machen. In diesem geistigen Prozess des Forschens werden laufend neue Wirklichkeiten auf uns eindringen. Was heute noch als irrational dargestellt wird, ist schon morgen Realität. Daraus können wir ableiten, dass die Wirklichkeit in der Zukunft postuliert ist und die Gegenwart immer nur das Jetzt, ohne zeitliche und räumliche Ausdehnung, als Wirklichkeit für uns darstellt. Damit bekommt die Wirklichkeit, dass Jetzt, eine andere Bedeutung.

Und so kommen wir von der Realität, der Wirklichkeit, zur Irrealität, der Nicht- oder Unwirklichkeit. Wenn wir aber nun wissen, dass die duale Welt aus den Gegensätzen besteht, dann gehören diese Gegensätze auch als Zweiheit in unsere ganzheitliche Welt der Wirklichkeit, in der Materie und Geist, Körper und Seele, Realität und Irrealität nebeneinander als Pole existieren und das eine ohne das andere nicht lebensfähig ist. Sie bedingen sich gegenseitig. Eine andere unheilvolle Realität erleben wir zum Beispiel in den Gegensätzen von Krieg und Frieden, die sich ebenfalls bedingen aber Unterschiedliches bewirken. Es ist die Nichtübereinstimmung der Dinge, die uns lernfähig machen soll, um die Übereinstimmung, die Vereinigung der Gegensätze als Einheit, zu erreichen und so als Teil dem Ganzen, die Welt und alles was dazu gehört zu dienen. Das erreichen wir aber nur, indem wir die Kausalität die Notwendigkeit der Ursache (Krieg) entziehen, um die Polarisierung aufzuheben und eine friedvolle Welt als Ergebnis zu erreichen, was wiederum dem Kausalprinzip von Ursache und Wirkung widerspricht. Wenn wir aber die Ursache einer unerwünschten Situation erkennen, beinhaltet es auch die Lösung des Problems.

Was hindert uns also, aus einem Prinzip der Kausalität zu lernen? Per Definition ist alles verständlich. Aber was ist mit den unterschiedlichen Aspekten der beiden Einheiten von Körper/Seele und Krieg/Frieden? Wir wissen zwar, dass ein Körper ohne die Energie der Seele nicht lebensfähig ist, aber die Seele entzieht sich unserer rationalen Bewusstseinsebene. Wir können sie nicht bewusst wahrnehmen und anscheinend auch nicht beeinflussen. Sie unterliegt somit nicht unseren Weisungen, trotzdem sie in uns. Aber warum ist etwas in uns, dass sich unseren geistigen Fähigkeiten entzieht? Ist es ein Mysterium, ein Geheimnis des Göttlichen? Liegt hier womöglich die Begründung, warum Gott existieren muss, und wir nur deshalb lebensfähig sind? Machen wir uns bewusst, dass der Körper als Materie in der Realität von uns wahrgenommen wird, und unsere Seele als Geist stofflich nicht in Erscheinung tritt, aber als treibende Kraft das Leben ermöglicht. Es ist die Vereinigung von Körper und Seele, von Ratio und Irratio, die sich gegenseitig bedingen aber nur der Körper unseren Weisungen unterliegt und die Seele von unerklärlichen Eingebungen gelenkt wird. Sie unterliegt also nicht unserem Verstand und scheint somit von uns auch nur bedingt beeinflussbar zu sein.

Wie verhält es sich aber mit Krieg und Frieden?

Krieg und Frieden sind ebenfalls zwei Aspekte, die sich zwar gegenseitig bedingen, aber unterschiedlicher Herkunft sind. Krieg ist ein Aspekt unserer Willkür und unterliegt der realen Welt unseres Verstandes (Ratio), und Frieden ist ein Aspekt unserer Seele, unserer Gefühlswelt, unseres Herzens letztlich unserer göttlichen Eingebung. Die göttliche Eingebung aber, die höher ist denn die unseres Verstandes, postuliert den Frieden in uns, macht ihn zur Bedingung und wirkt, wenn wir die Regeln der Gesetzmäßigkeiten der göttlichen Lehre ausüben, sie beherzigen. Und so unterliegen in dieser Betrachtung beide Aspekte unseren geistigen Fähigkeiten, und hat uns es überlassen, Krieg oder Frieden zu schaffen. Das ist nun nicht neu für unser Bewusstsein und auch vorstellbar, und dennoch nutzen wir nicht das Wissen all unserer geistigen Fähigkeiten, um eine wünschenswerte Realität für Mensch und Natur herzustellen. Wir haben es versäumt, die Geisteswissenschaft in den Fokus des menschlichen Nachdenkens zu stellen. Stattdessen hat die westliche Welt über die letzten Jahrhunderte die Ökonomie in den Mittelpunkt des menschlichen Daseins gesetzt und das seelische und geistige Nachdenken an der Garderobe abgegeben.
Jetzt, heute, wo wir das Dilemma unseres einseitigen Denkens erleben, wacht auch unsere geistige Elite langsam auf.

Und wie weiter?

Wenn Sie nun auf der Suche nach der Göttlichkeit sind, dann ist dieser Vorspann eben nur ein Vorspann und nicht schlüssig, um eine Entscheidung über das Für und Wider bezüglich des Glaubens zu treffen, aber ein Ansatz zum Nachdenken. Dabei haben Sie nur zwei Möglichkeiten. Entweder ist ER, oder ER ist nicht. Entweder existiert Gott, oder die ganze Genesis hat ohne Gott stattgefunden und beruht auf einen Zufall. Könnte ein solcher Prozess der Schöpfung Zufall sein? Wären dann nicht unser Leben und alles was ist generell aus einer Anhäufung von Zufällen entstanden? Wäre dann nicht alles Zufall? Zufall aber ist das, was in unserer realen Welt ohne erkennbaren Grund, ohne Absicht und ohne planloses Zusammentreffen von Ereignissen und Dingen geschieht und wer kann schon glauben, dass die ganze Schöpfungsgeschichte ein Zufall, ein Chaos ist? Das die Struktur unseres Körpers durch den universellen Gensatz gesteuert wird – alles Zufälle?

Wenn unsere Existenz aber nun kein Zufall ist, muss es dann nicht etwas geben, das sich durch eine unbegreiflich hohe schöpferische Intelligenz darstellt, die tätig ist und nicht nur uns, sondern alles was ist, geschaffen hat? Eine Intelligenz voller Weisheit, die für unser Bewusstsein anscheinend nur schwer vorstellbar ist? Zufälle aber unterliegen immer unserer oberflächlichen Betrachtungsweise, weil wir es verlernt haben, die Ereignisse zu hinterfragen, die der Kausalität von Ursache und Wirkung zu Grunde liegen. In diesem Sinne gibt es keine Zufälle. Zufälle besteht aus “zu fallen” und bekommt schon dadurch eine andere Bedeutung. Alles fällt uns zu und ist erklärbar...

Was aber ist nun das Gute? Das Gute besteht darin, dass Sie einmal Ihre Gedanken auf die Reise schicken, lassen Sie sich einfach treiben und horchen Sie in sich hinein. Vielleicht finden Sie Ansätze, dass Gelesene weiter zu verarbeiten, womöglich finden Sie ganz etwas anderes.

Wenn ich nun diesen Artikel beende, dann fühlen Sie sich nicht allein gelassen, Sie werden auch weiterhin über diese Webseite von mir hören.

 

Ihr
Hermann- Friedrich Hansen



© www.schriftsteller-hansen.de    16.04.2007 19:24 Uhr trbs
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